Pooling in der Schulbegleitung: Vorteile, Modelle und Umsetzung einfach erklärt

Pooling in der Schulbegleitung: Vorteile, Modelle und Umsetzung einfach erklärt

Die Anforderungen an inklusive Bildung steigen kontinuierlich. Schulen, Träger und Familien stehen vor großen organisatorischen und personellen Herausforderungen, denn der Bedarf an Schulbegleitung ist in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen. Es braucht neue Antworten, um weiterhin allen Kindern gerechte Teilhabe und individuelle Entwicklung zu ermöglichen. Ein mögliches Konzept für die zukunftsfähige Gestaltung der Schulbegleitung ist das infrastrukturelle Pooling. Wir von myschoolcare erklären, wie es gelingen kann.

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Eine Klassenbegleitung erklärt einer Gruppe von Kindern eine Aufgabe.

Individuelle Begleitung: Ein bewährtes Konzept

Zunächst sei gesagt: Die klassische 1:1-Schulbegleitung, bei der ein Kind von einem Erwachsenen durch den Kita- oder Schulalltag begleitet wird, hat sich bewährt. Das besondere Vertrauensverhältnis und der uneingeschränkte Fokus auf die individuellen Bedürfnisse sind besondere Stärken dieses Konzeptes. Auch in Zukunft wird diese Form für einige Kinder zwingend erforderlich sein, um Hindernisse durch Behinderungen und Einschränkungen zu überwinden.

Die Grenzen der individuellen 1:1-Begleitung

Dennoch stößt das Konzept in einigen Punkten an seine Grenzen. Die individuelle Begleitung führt zu einem hohen Personalbedarf. Dieser ist aber in Zeiten von Arbeits- und Fachkräftemangel immer schwerer zu decken – und zu finanzieren. Denn die Kassen von Schul- und Sozialämtern, die in Deutschland für die Bewilligung und Finanzierung zuständig sind, sind vielerorts leer. Hinzu kommt, dass die Begleitung stark an Einzelpersonen gekoppelt ist. Fällt die Begleitung aus, hat dies für das begleitete Kind möglicherweise zur Folge, dass ein Schulbesuch erst einmal nicht möglich ist.

Pooling als ergänzendes Konzept für flächendeckende Inklusionsassistenz

Pooling-Modelle in der Schulbegleitung bieten hier eine moderne und zukunftsorientierte Lösung. Sie ermöglichen eine bedarfsgerechte, flexible und pädagogisch sinnvolle Unterstützung mehrerer Kinder innerhalb eines schulischen Gesamtkonzeptes. Immer mehr Schulen und Leistungsträger erkennen deshalb die Vorteile dieses Ansatzes, anstatt traditionell nur auf Einzelbegleitung zu setzen.

Mit §112 Abs. 4 SGB IX wird Rehabilitationsträgern erlaubt, die behinderungsbedingte Begleitung oder Anleitung in Schule oder Hochschule an mehrere Leistungsberechtige gemeinsam zu erbringen, sofern es für die Betroffenen zumutbar ist und entsprechende Vereinbarungen mit Leistungserbringern bestehen.

Genau für diesen Fall haben wir bei myschoolcare ein Konzept entwickelt, welches eine gemeinsame Betreuung im Sinne der gemeinsamen Inanspruchnahme ermöglicht.

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Ein Mädchen zeigt stolz, was sie aufgeschrieben hat.

Was ist infrastrukturelles Pooling in der Schulbegleitung?

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Beim infrastrukturellen Pooling werden Schulbegleitungen nicht ausschließlich einem einzelnen Kind fest zugeordnet. Stattdessen arbeitet ein multiprofessionelles Team flexibel innerhalb einer Schule, Jahrgangsstufe oder Klasse. Die Unterstützung orientiert sich am tatsächlichen Bedarf der Schülerinnen und Schüler im jeweiligen Moment und ist nicht auf Kinder mit bestimmten Diagnosen begrenzt.

Das bedeutet:

  • gezielte Unterstützung dort, wo sie aktuell benötigt wird
  • bessere Integration der Kinder in die Klassengemeinschaft
  • effizienterer Einsatz personeller Ressourcen
  • stärkere Zusammenarbeit mit Lehrkräften und pädagogischem Personal

Infrastrukturelles Pooling kann somit zu einem inklusiveren und dynamischeren Schulalltag beitragen – solange es nicht als Instrument der Kostenreduktion missverstanden wird. Damit dieses Modell tatsächlich die Inklusion der Kinder fördert, müssen ihre Entfaltung und Entwicklung im Mittelpunkt stehen, nicht der Kostendruck vieler Kommunen.